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Ausgabe November / Dezember 2018

Fachliteratur- Tipps aus dem Dachverband

 

Hinweis: Artikel „Kitas in Selbstorganisation: Elterninitiativen gestern – heute – morgen

(KiTaktuell, S. 224

Dieser Artikel lässt sich schlecht zusammenfassen, ist aber natürlich eine „Lese-muss“ für uns Elterninis


klein&groß-Rückblick: „Das Gute-KiTa-Gesetz“ (klein&groß 11/18, S. 5)

„Mehr Qualität, weniger Gebühren“: das verspricht „Das Gute-KiTa-Gesetz“, das von Dr. Franziska Giffey (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) Ende September auf den Weg gebracht wurde. Dass dies bei der „Initiative der freien Träger und Gewerkschaften für Qualität in der Kinderbetreuung“ auf Enttäuschung und Unmut stößt, liegt an den Inhalten und der Umsetzung dieses Gesetzes. Daher lud die genannte Initiative (bestehend aus den Bundesverbänden e.V. der AWO, der Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder, der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V., dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie Deutschland, dem Paritätischen Gesamtverband, den Gewerkschaften GEW und ver.di und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.) am 26.09.2019 zu einem Dialog-Workshop ein. Dabei wurden die PolitikerInnen sämtlicher Parteien aufgefordert, hauptsächlich folgende drei Punkte nochmal zu bearbeiten:

  • Planungssicherheit: eine dauerhafte Finanzierung (momentan ist die Finanzierung nur bis 2022 angedacht)

  • Die Finanzierung durch ein Sondervermögen (momentan soll die Umsetzung dieses Gesetzes durch Umsatzsteueranteile finanziert werden)

  • Keine Priorisierung der Handlungsfelder erwünscht (momentan ist die Umsetzung des Gesetzes in 10 Handlungsfelder eingeteilt)

Was von der Umsetzung dieses Gesetzes positiv in den Kitas ankommt, wird sich zeigen. Immerhin gaben die TeilnehmerInnen der Veranstaltung den anwesenden PolitikerInnen konkrete und effektive Umsetzungsvorschläge mit auf den Weg.“ www.bmfsfj.de/gute-kita-gesetz

 

„Provokationen und Aggressionen von Kindern: Kein Kind ist von Grund auf böse!
(TPS spezial, S. 22 ff)

Kinder, deren Verhalten eine große Herausforderung für die Fachkräfte darstellt, gibt es in jeder Kita. Damit professionell umzugehen ist möglich und erfordert eine systematische Vorgehensweise. In diesem Artikel wir anhand des Beispiels von Emmi aufgezeigt, wie das gelingen kann:

„Aus systemischer Sicht reagiert ein Kind, das sich herausfordernd verhält, auf Bedingungen seiner Lebenswelt. Betroffene Kinder werden dabei nicht als Verursacher, sondern als Symptomträger gesehen: „Kein Kind ist von Grund auf böse. Manchmal ist es so verstört, das es für seine Umgebung auffällig wird.“ Die Reaktionen sind individuell unterschiedlich. Manche Kinder reagieren mit starkem Rückzug, sodass es für die Fachkräfte ganz schwer wird, diese zu erreichen. Andere sind aggressiv und halten damit die pädagogischen Mitarbeitenden der Kindertagesstätte auf Trab.“ (S. 22) Auf beides müssen die Mitarbeitenden professionell reagieren. In Emmis Fall (4 Jahre, Emmi zeigte ihr Verhalten von Anfang an, also bereits in der Eingewöhnung)) war es so:

„Die ständigen Provokationen und aggressiven Ausbrüche von Emmi machten die Mitarbeitenden ratlos. Gefühle von Ärger, Überforderung und Hilflosigkeit wurden deutlich.“ (S. 23). Vom verständnisvollen Eingehen über integrative Maßnahmen und das bewusste Gestalten gemeinsamer Spielsituationen sowie psychomotorische Einheiten bis hin zu Sanktionen und Time-Out hatte das Team eine ganze Bandbreite an erzieherischen Interventionen versucht. Eine Verhaltensänderung konnte jedoch nicht erreicht werden. „Eine professionelle Außensicht sollte neue Perspektiven eröffnen. Dazu wurde der Fachdienst der Kindertagesstätte eingeladen. In dieser Situation schien es, als habe sich das Team festgefahren. Kreative Lösungsschritte waren zu diesem Zeitpunkt kaum noch möglich. Im Wort Lösung liegt, sich von eigenen Vorstellungen zu lösen. Der Prozess begann also zunächst bei jeder einzelnen Erzieherin, die sich mit folgenden Fragen beschäftigte:

  1. Inwiefern trage ich, tragen wir als Fachkräfte insgesamt zu Emmis Verhalten bei?

  2. Wird das Kind bereits stigmatisiert, indem die Fachkräfte bei jedem Regelverstoß automatisch auf Emmi schielen?

  3. Ist das Team schon so genervt von dem Kind, das der Blick für Hintergründe und Zusammenhänge verstellt ist?

  4. Werden nur noch die Defizite gesehen und die Stärken des Kindes ausgeblendet?“ (S.23)

Es folgte auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Aggression. Wenn Emmi Bauwerke zerstört, auf andere Kinder einschlägt widerspricht dies zutiefst den Werten der Kita. In Zusammenarbeit mit einer Heilpädagogin wurde allerdings deutlich, dass für Emmi diese Aggressionen eine Art Überlebensstrategie darstellen. Unübersichtliche Situationen überfordern das Mädchen. Sie versucht durch ihr aggressives Verhalten die Situation für sich selbst kontrollierbar zu machen, innere Ordnung herzustellen – erreicht allerdings das Gegenteil.

Die Erzieherin erklärt der verzweifelten Mutter, der das Verhalten ihrer Tochter sehr peinlich ist: „Mit ihrem Verhalten zeigt uns Emmi, dass sie etwas nicht schafft. Wenn Sie dem Kind nicht so viel Unterstützung geben könnten, würden wohl noch viele andere Situationen das Mädchen aus der Fassung bringen“. (…) (Sie) erläutert den Eltern im Gespräch die dargestellte Sichtweise und macht den Vorschlag, die tägliche Übergabe zukünftig bewusst kurz zu halten. Anschließend sollte das Mädchen von einer Mitarbeiterin Schritt für Schritt in die Gruppe geführt werden. Dazu war es aber notwendig, dass die Mutter ihr Kind nicht mehr erst kurz vor 9 in den Kindergarten brachte. Von der sicheren Hand der Mutter in das (aus Emmis Sicht) undefinierbare Chaos im Gruppenraum zu kommen, war ein zu krasser Bruch für das Wahrnehmungssystem des Mädchens.“(S. 25)

Der Gruppenraum um 8 Uhr war überschaubarer und an der Hand der Erzieherin gelingt es Emmi, sich einzulassen. Die Erzieherin unterstützt und begleitet zunächst jeden Schritt, unterstützt Emmi in der Kontaktaufnahme zu den anderen Kindern und begleitet Übergänge von Spielsituationen zum Mittag o.ä. „Mit dieser Hilfestellung schaffte (…) (Emmi) nun immer wieder, Spielsituationen ohne Konflikte zu erleben. Für andere Kinder wurde sie als Spielpartnerin zunehmend attraktiver. Nach einigen Monaten zog das Team Bilanz und stellte erleichtert fest, dass Emmi sich allmählich in den Tagesablauf eingefunden hatte. Das morgendliche Ritual war jetzt nicht mehr nötig, denn Emmi hatte die Kontrolle übernommen. (…) Jetzt werden Ressourcen und originelle Lösungen bei Emmi deutlich, die zuvor wohl niemand vermutet hatte.“ (S.25) Zum Schluss stellt der Autor noch einmal heraus, wie wichtig bei herausforderndem Verhalten von Kindern die ehrliche, konstruktive Selbstreflexion und der fachliche Austausch ist. „Als betroffene pädagogische Fachkraft können Sie den nötigen Abstand herstellen und erkennen damit neue Lösungsansätze.“(S. 25)

 

Im Fokus: „ Schulfähigkeit & Kindfähigkeit in der Schule " (klein &groß 10/18, S. 5)
„Wann Kinder in die Schule kommen, entscheiden die Bundesländer. Die unterschiedlichen Stichtage liegen derzeit zwischen dem 30. Juni und dem 30. September. Bei Ängsten vor einer Überforderung bei einer frühen Einschulung bzw. einer Unterforderung bei einer späten Einschulung helfen oft Gespräche mit dem Kinderarzt und /oder der Erzieher/innen in der Kita, die das Kind gut kennen. Mit den Themen „Schulfähigkeit“ sowie auch „Kindfähigkeit in der Schule“ setzt sich ein Beitrag auf dem Deutschen Bildungsserver auseinander.“
www.bildungsserver.de/innovationsportal Suche: Schulfähigkeit

 

THEMENTICKER –Kita aktuell 10+1/2018: Einschulungsberatung in der Kita – Qualität in evangelischen Kitas -Datenschutzgrundverordnung; TPS spezial: Kindergrenzen respektieren; klein&groß 10+11/18: Visuelle Wahrnehmung – Sonnengruß – Kreative Geschichtensteine - Erziehungspartnerschaft; Betrifft Kinder 09-10/18: Sprachkulturen – Qualität von Trägern – vergütete berufsbegleitende ErzieherInnenausbildung

(zusammengestellt von Tanja Bräsen)

 

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