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Ausgabe Juni 2018

Fachliteratur- Tipps aus dem Dachverband

 

Der Stein des Anstoßes – Demokratisches und Politisches in Kitas                                (Betrifft Kinder 03-04/18, S.6 ff)

Alle Kinder sind aktive Mitglieder unserer Gesellschaft. In welcher Intensität das wirklich zutrifft, ist sehr unterschiedlich und interessensgebunden. So haben Konsum- und Medienlandschaften klar strukturierte Orte (Mode, Spieldachen, Internet u.ä.) eingerichtet, die Kinder gezielt ansprechen. Wie sieht es in der demokratischen, gemeinschaftlichen und politischen Landschaft aus? Im Papier der Sondierungsgespräche der Großen Koalition war mit exakt einem Satz festgeschrieben, dass die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollen. Das ist ein politisches Signal, doch für den Transfer in die Praxis vor Ort in den Kitas braucht es mehr. Axel Möller hat darüber nachgedacht:

„Partizipation und Teilhabechancen für alle Kinder werden schon seit Jahren in vielen Kindertageseinrichtungen konzeptionell diskutiert, erprobt und gelebt. (…) Eine (…) große Herausforderung ist die Motivation zur Partizipation, meist durch Willensbekundungen des Teams gekennzeichnet. Größtenteils jedoch sind „realisierte partizipative Prozesse“ strukturell noch nicht vorhanden, um sie breit durchzusetzen. Andererseits können die Teams in den Kitas bundesweit auf eine Vielzahl unterschiedlicher Unterstützungsformate zugreifen. Annedore Prengel hat in Bildungsteilhabe und Partizipation in Kindertageseinrichtungen (https://www.weiterbildungsinitiative.de/uploads/media/WiFF_Exp_47_Prengel_web.pdf) politik- und demokratiebezogene Modelle, Studien und Erfahrungen der Partizipation im Elementarbereich systematisch dargestellt. So findet man z.B. unter den demokratiebezogenen Modellen das Kitanetzwerk – Demokratie von Anfang an (www.dkjs.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/themen/Fruehe_Bildung/Demokratie_von_Anfang_an-Arbeitsmaterialien_fuer_die_Kitapraxis.pdf) und unter den politikbezogenen Modellen die Kinderstube für Demokratie (https://www.kinder-beteiligen.de/dnld/kinderstubederdemokratie.pdf)“ (S. 6)

Es lohnt sich, in diese Links zu schauen, denn mit ihrer Hilfe könnt ihr den Prozess, Partizipation in euren Kinderläden und Betreuten Grundschulen zu leben, reflektieren und fortführen. Es sind die kleinen, alltäglichen Fragen, die es „in sich haben“: Darf ein Kind entscheiden, wann, was und mit wem es essen möchte? Wege zu Partizipation im Alltag zu finden ist immer eine Auseinandersetzung mit eigenen Werten und Grenzen. Das Ziel lohnt sich, bedeutet es doch Kinder darin zu unterstützen, mündige statt hörige Bürgerinnen und Bürger zu werden. Im Handbuch der Kinderwelten (Demand-Sparks, 2008) werden hierzu vier Ziele pädagogischer Arbeit identifiziert:

  • Kinder sind selbstbewusst und trauen sich etwas zu, sie sind sich ihrer Familien und ihrer Identität bewusst;

  • Kinder lernen, achtsame Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und akzeptieren Unterschiede zwischen den Menschen;

  • Kinder erkennen unfaire Äußerungen und Handlungen und eignen sich dafür Kompetenzen an und

  • Kinder können sich allein oder mit anderen gezielt gegen Vorurteile zur Wehr setzen.“ (S. 6)

Dies sind Kompetenzen, die in Zeiten von Pegida und Co sicherlich immer wichtiger werden!

 

Mit herausfordernden Eltern einen gemeinsamen Weg finden (KiTa aktuel 4.2018, S. 76ff)

In diesem Artikel wirbt Coach Ursula Günster-Schöning für eine partnerschaftliche Grundhaltung – auch und gerade vermeintlich schwierigen Eltern gegenüber. „Partnerschaftlich Eltern begleiten bedeutet immer auch, mit den Eltern gemeinsam auf das Kind zu schauen, zu akzeptieren, dass Eltern ihr Bestes für das Wohl des Kindes geben wollen…“ (S. 76) Wie diese Haltung im Gespräch praktisch gelebt werden kann, in dem es – passend zum vorigen Artikel, um das Thema Partizipation geht:

 

 

 

 

Was ist der große Unterschied zwischen beiden Gesprächen? Das zweite folgt vier nützlichen Phasen. (Vier-WINS-Strategie)

Die 1. Phase: Wertschätzung: Die Erzieherin wiederspricht dem Vater nicht – obwohl er über die Erziehungsmethoden schriftlich und mündlich informiert wurde und mit seinen Vorwürfen im Unrecht liegt. Sie weiß: Rechtfertigung verlängert, Wertschätzung verkürzt schwierige Gespräche. Rechtfertigung wird meist als Abwertung verstanden. Die meisten „schwierigen“ Menschen werden schwierig, weil sie sich nicht verstanden fühlen.

Die 2. Phase: Interessenstreue: Ein Gespräch gerät außer Balance, wenn man nur noch die Interessen des anderen wahrnimmt und die eigenen unterschwellig zwar noch fühlt, aber sie nicht mehr zur Sprache bringt. Verständnis ist wirkungsvoll, doch es kann wie jedes Wirkmittel überdosiert werden. Deshalb gilt: „Verständnis ist wichtig. Die Balance der Interessen ist wichtiger.

Die 3. Phase: Nutzenhinweis: Die Erzieherin zeigt dem Vater, was das einmal versäumte Mittagessen seinem Sohn, ihr und ihm bringt: Das Kind lernt, selbstständig zu denken, zu entscheiden, und die Konsequenzen seiner Entscheidung abzusehen. Der Nutzen ist ein sehr wirkmächtiges Instrument: Menschen argumentieren selten gegen den eigenen Nutzen.

Die 4. Phase: Schweigen: Wenn alles gesagt ist, reden ungeschulte Menschen munter weiter. Warum? Sie sagen sich: „Sie hat das einfach nicht kapiert. Ich höre erst auf, wenn sie meine Meinung teilt!“ Deshalb dauern schwierige Gespräche gefühlt endlos oder werden mit gegenseitigem Frust irgendwann abgebrochen. Schweigen ist aber an dieser Stelle Gold, während die Körpersprache freundlich und zugewandt bleibt. Und die Erzieherin beendet dann aktiv das Gespräch – denn wer das Gespräch führt, beendet es auch.

 

THEMENTICKER –Kita aktuell 4+5/.2018:Partizipation: Anforderungen an Träger – Attraktive Arbeitsbedingungen - Kita-Leitung als Beruf? – KLIMAfüchse in der Stadt - ; TPS Spezial: Tägliche Abenteuer: wie entdeckendes Lernen neue Wege eröffnet; klein&groß 05+06/18:Klänge: Draußen: Naturerfahrungen sammeln – Bald bin ich ein Schulkind – Wie achte ich auf meine Stimme? – Interkulturalität – Herausforderungen im Kita-Alltag; Betrifft Kinder 03-04/18: Demokratisches und Politisches in Kitas – Empathie im Bilderbuch - Geschwisterkulturen

(zusammengestellt von Tanja Bräsen)

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