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Ausgabe Januar / Februar 2021

Fachliteratur- Tipps aus dem Dachverband

 

Gefangen im Abwärtsstrudel (Themenheft: Diversität ist das neue Normal TPS 1/21, S. 16 ff)

Dieses Themenheft beleuchtet unterschiedliche Facetten von Diversität und Inklusion. Dabei nimmt Margherita Zander in ihrem Artikel „Gefangen im Abwärtsstrudel“ das Thema Kinderarmut in den Fokus. Armut und deren Folgen sollte wie andere Facetten wie Behinderung, Herkunft, etc. auch einen Platz in inklusiver Pädagogik finden. Armut betrifft nicht nur Einkommensarmut, sondern viele Lebensbereiche. In wissenschaftlichen Analysen zu Kinderarmut spricht man von folgenden Lebensbereichen, in denen sich Armutsfolgen zeigen können: im materiellen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Bereich. Armutsbedingte Folgen können das gesamte Befinden und Gefühlsleben beeinflussen und das Selbstbewusstsein des Kindes entscheidend beeinträchtigen. Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter sind die am häufigsten von Armut betroffene Altersgruppe. Die Armutsbetroffenheit ist in Großstädten höher als in Kleinstädten und auf dem Land und in Ost- und Norddeutschland höher als in Süddeutschland. Ursachen für Kinderarmut sind Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsektor, sowie in einigen Fällen auch der Status „alleinerziehend“. Kinder im Vorschulalter, die von Armut betroffen sind, kommen häufiger hungrig in die Kita, außerdem ist die körperliche Pflege oft unzureichend. Es gibt häufiger gesundheitliche Probleme und eine verzögerte körperliche Entwicklung. Zu Hause fehlen ihnen die Anregungen, es wird ihnen seltener vorgelesen, gemeinsame Aktivitäten mit der Familie fehlen. Kita- und Krippenbesuch haben für diese Kinder einen besonders hohen Stellenwert, sie wirken ausgleichend. Es besteht die Gefahr, dass Fachkräfte Eltern, die von Armut betroffen sind, mit Vorurteilen begegnen. Es gibt verschiedene Armutstypen. Erstens diejenigen, bei denen die Armut von einer Generation auf die nächste vererbt wird und die sich mehr oder weniger in ihr Schicksal ergeben und an die Armutssituation angepasst haben (die verwalteten Armen). Dann gibt es die Gruppe der erschöpften Einzelkämpferinnen, die sich voll verausgaben und wirklich alles tun, um die Situation nach Möglichkeit vor allem für die Kinder auszugleichen. Schließlich gibt es noch die ambivalenten Jongleure, denen es nur gelegentlich gelingt, rational mit der Situation umzugehen, weil es schwerfällt, immer ausgeglichen zu reagieren. Armutssensible Pädagogik sollte Resilienzförderung beinhalten. Maßnahmen zur Stärkung der seelischen Widerstandskraft haben bei von Armut betroffenen Kindern eine besonders durchschlagende Wirkung. Sie brauchen besonders viele Schutzfaktoren, die gerade auch durch pädagogische Einwirkung erzeugt und vermehrt werden können. Dabei geht es vor allem darum, eine stabile Beziehung zu einer Bezugsperson aufzubauen, die soziale Kompetenz des Kindes zu fördern, seine Fähigkeiten und Neigungen aufzugreifen und sein Selbstwertgefühl zu stärken.


Corona-Kita-Studie (KiTa aktuell 1.2021, S. 2)

Die deutschlandweite Studie untersucht aus medizinischer und sozialwissenschaftlicher Sicht, was die Pandemie für Kitas und die Tagespflege, Kinder und Eltern bedeutet. Welche Infektionsrisiken bestehen in diesen Netzwerken? Vor welchen Herausforderungen stehen die Einrichtungen? Die Analysen beruhen auf einer breiten wissenschaftlichen Datenbasis: Neben den regelmäßigen bundesweiten Meldungen aus dem KiTa-Register sind das die Ergebnisse von Stichprobenerfahrungen in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und bei Eltern. Zudem werden Meldedaten zu Covid-19 (…) ausgewertet. Weitere Informationen: https://corona-kita-studie.de/



Bald bin ich Schulkind (klein&groß 11/20, S. 46 ff)

Der Artikel beschäftigt sich mit den Bedürfnissen von Vorschulkindern. Zunächst wird der Begriff der Schulfähigkeit erklärt. Schulfähigkeit beinhaltet im Wesentlichen fünf Bereiche: den körperlichen Entwicklungsstand, Denkfähigkeit, Motivation, soziale Kompetenzen sowie die Fähigkeit, ein Minimum an Konzentration aufzubringen. Darüber hinaus können gesundheitliche Beeinträchtigungen aber auch der elterliche Erziehungsstil und erst recht vorschulische Leseerfahrungen eine Rolle für die Entwicklung von Schulfähigkeit spielen. Die Aufmerksamkeitsfähigkeit lässt sich spielerisch mit Lauschübungen fördern: Wie viele Vögel zwitschern gerade? Ebenso beim Malen und Basteln, bei Geschicklichkeitsspielen, Rätseln, Musizieren, Kasperletheater sowie bei Riech-, Schmeck- und Tastspielen. Die Konzentrationsfähigkeit wird durch unsere Medienwelt akut gefährdet, Kinder im Vorschulalter sollten nicht mehr als 30 Minuten pro Tag mit Bildschirmmedien verbringen. Genauso wichtig wie die Konzentration ist die Denkfähigkeit, hier wird die Konzentration in geistige Leistung umgewandelt. Ein gutes Gehör können und Merkfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen. Merkfähigkeit kann gefördert werden, indem man das Kind bittet, 3 Gegenstände aus einem anderen Raum zu holen. Kreativität und Denkfähigkeit werden in Rollenspielen geübt. Die sprachliche Ausdruckfähigkeit wird durch das Sprechen über Bilderbücher oder durch Aufforderung zum Erzählen von Aktivitäten gefördert.  Um die Grobmotorik zu fördern, sollte es ausreichende Bewegungs- und Kletterangebote geben, die Feinmotorik kann mit Puzzles oder Lego unterstützt werden. Soziale Fähigkeiten werden im Alltag mit anderen Menschen entwickelt, Gesprächs- und Erzählkreise sind eine gute Möglichkeit, um sich selbst mitzuteilen, anderen zuzuhören, sie zu verstehen und auch mal warten zu müssen. Eine Anmerkung meinerseits sei erlaubt: Bei all diesen Empfehlungen ist es aus meiner Sicht sehr wichtig zu berücksichtigen, dass Kinder nur dann nachhaltig lernen, wenn ihre Motivation von innen kommt, intrinsisch ist. Von daher ist es ein schmaler Grad zwischen dem Bereitstellen von sinnvollen Möglichkeiten und einem aus meiner Sicht unangemessenem Trainingsprogramm von außen, dass den Kindern bereits vor der Schule die Freude am Lernen nimmt.


Schweinefreie Kinder und integrative Eltern– die Wirkung von Sprache im Kita-Alltag
(Betrifft Kinder 11-12 2020, S. 26 ff)

Sprache schafft Bewusstsein und Sprache schafft Wirklichkeit. Worte aktivieren Gefühle und Erinnerungen. Wörter führen im Gehirn stets zu einer assoziativen Aktivierung. Die wichtigste Funktion von Sprache ist es, Menschen zu verbinden. Begriffe wie „integrative Eltern“, „I-Kinder“ oder „schweinefreie Kinder“ sind daher schwierig. Verwenden wir die Formulierung „I-Kinder“, so kann für Kinder der langgezogene Laut „ieh“ mit dem bekannten Ausruf für Abneigung oder Ekel gleichgesetzt werden. Es besteht das Risiko, dass wir eine Typenbildung von den Kindern und den Eltern vornehmen. Es besteht die Annahme, dass wir nicht mehr von individuellen Bedürfnissen der zu Bezeichnenden ausgehen, sondern Verallgemeinerungen vornehmen. Wir glauben dann zu wissen, was die „integrativen Eltern“ brauchen. Verkürzte Sprache wie „schweinefreie Kinder“ führt dazu, dass Personen und Personengruppen auf ein prägnantes Merkmal reduziert werden. Auswirkungen auf die Wirkung von Sprache hat auch der Gebrauch sogenannter Modalverben (kann, will, möchte, darf, soll, muss). Wird das Wort „muss“ verwendet, entsteht häufig eine Blockade bzw. eine Ablehnung: z.B.  „Ich/Du musst noch aufräumen.“ Negativformulierungen wie: „Wir schreien uns nicht an“ verkomplizieren Sachverhalte unnötig, sie animieren das Kind sogar manchmal dazu, einfach weiterzumachen. Kommunikativer Erfolg ist maßgeblich davon abhängig, mit welchen Worten wir unsere Gespräche gestalten und damit unserem Gegenüber die Chance eröffnen, auf unsere Wünsche und Bedürfnisse einzugehen.

 

THEMENTICKER –Kita aktuell 01/2021: Trans*Kinder im Spiegel des Verhaltens pädagogischer Fachkräfte – Vorurteilsbewusste Bildung - Datenschutz; klein&groß 11+12/20: Wo sind meine Freunde? Wertefrage im Lockdown, Freude als Reichtum; TPS Themenhefte: Wo wohnt Gott? -Mein konzeptionelles Vorbild – Vertrauen in mich und die Welt (zusammengestellt von Tanja Bräsen)

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