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Ausgabe März / April 2022

Fachliteratur- Tipps aus dem Dachverband

 

Neuer Flyer informiert zum Thema

„Inter*Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege“

 (KiTa aktuell2.'22, S.3)

Im Mai 2021 ist das Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechterentwicklung in Kraft getreten. Damit können mehr Inter*Kinder in Kitas und Kindertagespflege sichtbar sein. Um Unsicherheiten in Umgang mit diesem Thema zu beseitigen hat der AWO Bundesverband mit Betroffenen einen Flyer entwickelt, der Informationen liefert sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote aufzeigt. Intergeschlechtliche Personen sind Menschen, die sich im Hinblick auf ihr körperliches Geschlecht nicht in die medizinische Norm sogenannter „männlicher“ oder „weiblicher“ Körper einordnen lassen. Dabei kann es sich um chromosomale, hormonelle oder anatomische Merkmale handeln. Bisher wurden in Deutschland an Kindern, die nach der Geburt weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden konnten, häufig Operationen an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen vorgenommen, die medizinisch nicht immer notwendig waren, sondern in erster Linie der Geschlechtszuordnung dienten. Mit dem Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung soll das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung geschützt und diese Kinder von unnötigen Behandlungen an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen bewahrt werden.

Flyer Gelebte Vielfalt: Alle Kinder sind willkommen! zum Bestellen oder Download

https://awo.org/sites/default/files/2021-11/AWO%20Flyer%20InterKinder%20in%20Kita%20und%20Kindertagespflege_W_0.pdf

 

Wenn Gefühle Wellen schlagen: Kinder in Wut achtsam begleiten (Betrifft Kinder 01-02/22 S. 16 ff)

Kinder entwickeln Wohlbefinden und eine wichtige Portion Selbstwertgefühl, wenn ihre vertrauten Bezugspersonen auf ihre Grundbedürfnisse achtgeben. Pädagogische Fachkräfte tragen die Verantwortung, Kinder in ihren Gefühlen zu regulieren und sie beim Schlafengehen, Essen und Anziehen zu begleiten. Kathrin Hohmann zeigt, wie es Fachkräften trotz hoher Arbeitsbelastung gelingen kann, kindliche Signale wahrzunehmen und zu beantworten:

Aua, hör auf! Das ist mein Auto“, hört Fachkraft Lorena es aus der Bauecke schreien. Blitzartig schaut sie sich um und sieht aus dem Augenwinkel, wie Ben dem gleichaltrigen Rafael mit einem Baustein auf den Kopf haut. Rafael beginnt sofort zu weinen. Gerade hat Lorena im Gruppenbuch ein paar Informationen notiert und dabei auf ihre Kollegin gewartet, die jede Minute aus der Pause zurückkommen müsste, damit die Gruppe gemeinsam aufräumen und Mittag essen kann. Situationen wie diese fordern Fachkräfte ganz besonders heraus. Blitzschnelles Handeln ist gefragt, ihr Einschreiten lässt sich nicht aufschieben. Sie müssen die Gefühle der Kinder regulieren, sich einfühlen und ggf. eine Wundversorgung vornehmen. In solchen Momenten möchte man zu gern die Stopptaste drücken, um sich ausschließlich dieser Situation zuzuwenden. In Wirklichkeit geht der Spielbetrieb in der Gruppe weiter. Noch vor ein paar Monaten wäre Lorena kopflos in die Situation gegangen und hätte womöglich bereits aus der Entfernung angefangen zu rufen. Dank einer Teamfortbildung zum Thema Konflikte und Gefühle und regelmäßiger Reflexion weiß sie nun, wie wichtig die Selbstregulation vor Co-regulation ist. Eine Erinnerungskarte hängt an ihrem Schrank. (…) Lorena legt ihren Stift aus der Hand und atmet tief ein und aus, während sie bedacht und gleichzeitig zügig zu den Jungen in die Bauecke läuft. Dabei reibt sie ihre Hände aneinander. Sie weiß aus Erfahrung, dass ihr das hilft, bei sich und in der Situation anzukommen. Ihre Kollegin Elena beginnt zu singen, während ihr Kollege Jens bis zehn zählt. Lorena fühlt kurz in sich und spürt ein Hungergefühl. Gleichzeitig kommt ein Gedanke in ihr hoch, den sie wahrnimmt und der ihr sagt: „Schon wieder Ben, immer…“ Sie stoppt den Gedanken und prüft ihn. Sie weiß, dass sie durch ihre Bewertung der Situation anders handelt. Gedanken wie „Er fängt immer an!“ oder „Das hat er doch mit Absicht gemacht!“ behindern sie. Sie kann dann nicht mehr wertfrei und offen die Situation begleiten, denn durch die Gedanken verändert Lorena ihre Haltung und letztlich auch ihre Handlungen in der Konfliktbegleitung. Sie möchte die Kinder in ihren Gefühlen sehen und ihnen gegenüber unvoreingenommen sein. Seit Wochen übt sie das. Bei den Kindern angekommen, geht sie vom Stehen in die Hocke. Nun kann sie sich ganz und gar den beiden Jungen zuwenden. Sie lächelt sanft und fragt mit sicherer Stimme: „Na, darf ich euch helfen?“ Sie beginnt, Rafael zu trösten und Ben dabei einzubeziehen. (S. 16)“ (…) „Lorena sieht, was für starke Gefühle die beiden Jungen umtreiben. Sie möchte für beide da sein, sie setzt sich zu ihnen und legt ihre Hand behutsam auf das Knie von Ben und Rafael. Sie strahlt Ruhe aus, ist den Kindern zugewandt und möchte in erster Linie trösten und deren starke Gefühle regulieren. Sie spürt Trauer und Wut bei Rafael, der sich vermutlich erschreckt hat und in seinem Spiel gestört wurde. Sie spürt Überforderung und Ärger bei Ben, der sich offensichtlich ebenso in Not befindet. Mit ruhiger Stimme spricht sie zu den Kindern, nicht in erster Linie, damit sie verstehen, vielmehr, damit sie spüren: „Ich bin für euch da und begleite euch in euren Gefühlen!“. Erst als Lorena spürt, dass die Jungen wieder ruhiger atmen und zur Ruhe kommen, fragt sie behutsam nach, um zu verstehen und zu vermitteln.“ (S. 18) (…)

Für den Notfall, wenn Lorena sich überreizt, gestresst oder müde fühlt und droht, in ihre alten (bewertenden) Muster zurück zu fallen, hat sie sich ein paar Strategien zurechtgelegt. Auf einer Karte am Schrank sind ihre Achtsamkeitsanker notiert, an die sie sich täglich erinnert: tiefes Ein- und Ausatmen, die Hände aneinander reiben, bis zehn zählen. An der Wand im Gruppenraum hängt ein Bilderrahmen mit Karten, die ihr dabei helfen, sich und die Kinder der Gruppe so anzunehmen, wie sie sind und wie sie selbst ist. Diese Sätze stärken ihren wertschätzenden und wohlwollenden Blick auch in herausfordernden Momenten und lassen sich in ihrem Unterbewusstsein nieder. Drei von Lorenas Lieblingssätzen lauten:

  • Ein wütendes Kind will dich nicht angreifen oder ärgern. Es kämpft für sich und versucht, dir eine Botschaft zu senden.

  • Jedes Kind zeigt immer sein bestmögliches Verhalten! Für jede Handlung gibt es einen Grund.

  • Du kannst nur gut für andere sorgen, wenn es dir gut geht.

 

Fort- und Weiterbildungsprogramm für Ernährungsfachkräfte (KiTa aktuell 12/21, S. 283)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) bietet 2022 Online-Seminare sowie Seminare in Präsenz in Bonn und Esslingen mit zahlreichen Themen im Bereich Ernährungsberatung und Gemeinschaftsverpflegung an. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Die Selbstlernaufgaben, die zeitunabhängig bearbeitet werden können, hat die DGE um „Nachhaltige Ernährung“ zusätzlich zu den Themen Ernährungserhebung und Ernährungssoziologie ergänzt. Der Lehrgang „Ernährungsberater/-in/DGE“ wird in vier verschiedenen Formaten angeboten – als reine Präsenz- oder reine Online-Veranstaltung sowie in zwei verschiedenen Blended-Learning-Konzepten als Kombi- und Intensivvariante. Das DGE-Referat ist zertifiziert nach LQW, der „Lernorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung“. Mit dem LQW-Qualitätssiegel verfügt die DGE über ein anerkanntes Qualitätstestierungsverfahren. Dadurch sind DGE-Fortbildungen in einigen Bundesländern als Bildungsquelle anerkannt.

Beispielhaft zwei Seminare:

  • Kinderernährung: Mit Mischkost, vegetarisch oder vegan die Nährstoffversorgung sichern

  • Wenn Kinder anders essen - methodisches Vorgehen bei Essauffälligkeiten

 

www.dge.de/va/seminare/

 

27. Juni 2022 – 11. Fachtag Baustelle Inklusion -online (Betrifft Kinder 03-02/22 S. 48)

30 Jahre nach der Ratifizierung der Kinderrechte in Deutschland wird mit den Themenschwerpunkten Adultismus, Diskriminierung und Kolonialismus ein kritischer Blick auf die Kinderrechte, ohne ihr grundsätzliches Potential zu vernachlässigen, geworfen.

Info: https://situationsansatz.de/event/baustelle2022/

 

(zusammengestellt von Tanja Bräsen)

 

 

Dachverband der Eltern-Kind-Gruppen Kiel e.V. .......Telefon: 0431- 568711...... Fax: 0431- 8886984
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