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Ausgabe März / April 2021

Fachliteratur- Tipps aus dem Dachverband

 

Kinderrechte ins Grundgesetz (KiTa aktuell 3.2021, S. 58)

Das Bundeskabinett hat am 20. Januar 2021 einem Gesetzesentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz beschlossen. Der Entwurf sieht vor, in Art. 6 Abs. 2 Grundgesetz folgende Formulierung aufzunehmen: Die verfassungsmäßigen Rechte der Kinder einschließlich ihres Rechts auf Entwicklung zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten sind zu achten und zu schützen. Das Wohl des Kindes ist angemessen zu berücksichtigen. Der verfassungsrechtliche Anspruch von Kindern auf rechtliches Gehör ist zu wahren. Die Erstverantwortung der Eltern bleibt unberührt. Der Entwurf baut auf Empfehlungen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe auf, die im Jahr 2018 zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, eingesetzt worden war und im Oktober 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt hatte. Die Neuregelung bezweckt, die Klarstellung, dass Kinder Träger von Grundrechten sind und das Kindeswohlprinzip auf Verfassungsebene festzuschreiben. Ferner soll der Anspruch auf rechtliches Gehör bekräftigt und garantiert werden, dass weder die Elternrechte noch das staatliche Wächteramt beschnitten werden. Damit das Grundgesetz entsprechend geändert werden kann, ist eine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag und Bundesrat nötig.

 

Die Kraft der Märchen: Ding dong-die Hex ist tot! (TPS 2/21, S. 4 ff)

Wie im echten Leben: Während die größte Rivalin der Goldmarie ihre Schwester ist, müssen Hänsel und Gretel auf die Harte Tour lernen, auf eigenen Beinen zu stehen – alles Herausforderungen und Probleme, die auch Kinder kennen. Warum Märchen perfekt sind, um innere Konflikte zu lösen, verrät Colja Bahrenberg (Kinder- und Jugendtherapeut in Ausbildung) in diesem Artikel:

Märchen sind fest in der deutschen Kultur verankert. Sie zählen zu den wichtigsten literarischen Werken, haben die Jahrhunderte überdauert und ihre Thematik ist zeitlos. Unzählige Male kopiert, umgeschrieben und fürs Fernsehen adaptiert. (…) Viele Handlungsstränge begegnen uns immer wieder, weil sie uns als Menschen universell ansprechen. Aber was mache Märchen einzigartig? Warum sind sie für Kinder so besonders und wieso lässt die Faszination auch im Erwachsenenalter nicht nach? Darüber hinaus schaffen Märchen es mit Leichtigkeit, komplexe, schwer greifbare Charakterzüge und Handlungen wie Neid, Stolz und Tugendhaftigkeit zu behandeln. Innerhalb der Geschichte werden diese Eigenschaften in einen moralischen Kontext eingebettet, wobei komplexe innere Prozesse einfach vermittelt werden. Und gleichzeitig transportieren Märchen zahlreiche, implizite Bedeutungen und sowie Botschaften. Wie gelingt ihnen all das? Um das zu verstehen, muss man den charakteristischen Aufbau von Märchen kennen:

  1. Es wird nie ein Ort oder eine Zeit fixiert. Angaben wie „Es war einmal…“ oder „In einem fernen Land…“ dienen als unbestimmter Hintergrund der Handlung.

  2. Naturgesetze gelten nicht. Pflanzen, Tiere oder sogar Gebirge können sprechen und sind dem Menschen gleichgestellt. Auch Magie und Verwandlung aller Art sind oft Gegenstand der Handlung.

  3. Am Ende sieht im Märchen das Gute immer über das Böse.

Vor diesem Hintergrund zeichnen sich Märchen durch eine einfache Struktur, typenhafte Gestalten und einen linearen Handlungsverlauf aus, ohne auf Verzweigungen und Rückblenden zurückzugreifen. Das macht Märchen für Kinder leicht greifbar, was auch in den Figuren deutlich wird. Sie sind möglichst unbestimmt und es fehlt ihnen an Individualität. Kinder können sich so leichter mit ihnen identifizieren und sich in sie hineinversetzen. Außerdem ist es durch die klare Polarität einfach, Unterschiede zwischen den Figuren zu erkennen. Das Kind denkt genauso polarisier, wodurch die Protagonisten der eigenen inneren Welt eine Stimme geben. Bei komplexeren Charakteren wäre das viel schwerer. Märchen bilden Orte oder Charaktere also nicht realitätsnah ab. Im Gegenteil: Ihr unrealistischer Gehalt ist wichtig. Nur so kann man klar erkennen, dass es um die inneren Vorgänge im Menschen geht. Das ist ein wichtiger Unterschied im Gegensatz zu anderer Kinderliteratur, wie Büchern zum Lesenlernen oder Vorschulbüchern. Diese haben das Ziel, notwendige Fähigkeiten zu vermitteln und zu unterhalten. Märchen hingegen erheben nicht den Anspruch, Kindern das Lesen beizubringen oder die äußere Welt zu erklären. Stattdessen geht es stets um die innere Entwicklung und das Erreichen einer persönlichen Reife – dieselbe Aufgabe, die jeder Phase der Kindheit und Jugend innewohnt. (…) Ein gutes Beispiel“ (…) für den Blick in die innere Welt „ist das Motiv des unterlegenen Kleinen gegen den vermeintlich übermächtigen Riesen. Dieses Thema findet sich in abgewandelter Form in so gut wie jeder Kultur und zahlreichen Geschichten wieder. Der in jeder Hinsicht unterlegene Kleine schafft es durch List und Tücke, über den übermächtigen Feind zu siegen. Das ist eine deutliche Parallele zu dem Wunsch des Kindes, über die Erwachsenen zu triumphieren. Er besteht in eigenen Entwicklungsphasen zum Beispiel (…) bei steigendem Autonomiebestreben“ (z. B. sogenannte Trotz- oder Autonomiephase im Kleinkindalter). Märchen schaffen einen Raum, „der abstrakte innere Konflikte wie Neid, Stolz, Eifersucht oder Hochmut verstehbar macht. Gefühle, die Kinder zwar spüren, aber nur schwer verstehen, werden veranschaulicht.“ (S. 5)

Dies wird an den Beispielen von Hänel und Gretel, die nur durch einen Abstand zu den Eltern glücklich zurückkehren können oder am Beispiel von Frau Holle, wo die Schwestern nur durch das Verlassen der wertenden Mutter zueinander finden verdeutlicht.

 

Gestaltungstipp: Glückskäfer aus Gips (klein&groß 02-03/2021, S. 5)

Für die Glückskäfer benötigt man Gipspulver, leere Toffifee-Einsätze, gut deckende Farben, Pinsel, einen kleinen Löffel, einen alten Rührlöffel und ein Gefäß zum Anrühren des Gipspulvers. Einen Teil des Gipspulvers anrühren und die Gipsmasse mit dem Löffel in die einzelnen, runden Fächer der Toffifee-Einsätze füllen. Den Gips vollständig aushärten lassen. Anschließend aus den einzelnen Rundungen herausdrücken und die Glückskäfer bemalen.

 

Buchvorstellung: Kinder brauchen Kinder (Betrifft Kinder 01-02/2021, S. 17)

Kinder machen die meisten Erfahrungen in der frühsten Kindheit im Kontakt und im Austausch mit Gleichaltrigen. Es lohnt sich daher, mit geschärftem Blick die Entwicklungspotentiale von Kindergruppen in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses Buch setzt sich mit unterschiedlichen Aspekten von Gruppen, Gleichaltrigen und Gemeinsamkeiten auseinander, sucht Antworten auf die Fragen: was und wie viel können Kinder voneinander lernen? Wie wirken Gruppenstrukturen auf das Miteinander von Kindern? Welcher Konformitätsdruck entsteht in Gruppen? Wie entwickeln sich Empathie und Mitgefühl bei kleinen Kindern? Wie entstehen Freundschaften oder Ausgrenzung unter Peers? Wie werden die Interaktionen der Kinder durch das Geschlecht und ihre soziale und ethnische Herkunft beeinflusst? Mit Beiträgen von u.a. Gabriele Haug-Schnabel, Heidi Keller, Daniela Kobelt Neuhaus, Mechthild Schäfer.

Eva Hammes-Di Bernando/ Angelika Speck-Hamdan (Hrsg.)

Kinder brauchen Kinder; Gleichaltrige-Gruppe-Gemeinschaft

Pvf Jahrbuch 2010, 176 Seiten

ISBN 978-3-86892-016-1

EUR 19,90

THEMENTICKER –Kita aktuell 03/2021: Erziehungspartnerschaft in Zeiten von Covid-19 – Gewaltfrei führen: Die Selbstwahrnehmung von Leiter*innen; klein&groß 02-02/21: Bildung per Mausklick – Was ist ein Fastentuch? – Interkulturalität: Let´s dance! ; TPS Themenheft 2/21 Die Kraft der Märchen (zusammengestellt von Tanja Bräsen)

 

Dachverband der Eltern-Kind-Gruppen Kiel e.V. .......Telefon: 0431- 568711...... Fax: 0431- 8886984
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